
Was die Bauernregel verspricht
„Je frostiger der Januar, desto freundlicher das Jahr“, schon lange war diese Bauernregel nicht passender als heuer. Nach mehreren Wintern mit milden Temperaturen und kaum durchgefrorenem Boden hat der Jänner bis jetzt endlich wieder gezeigt, was er kann. Anhaltender, kräftiger Frost, wie man ihn seit Jahren vermisst hat. Für die Natur und den landwirtschaftlichen Nutzflächen ist das ein echtes Aufatmen und hoffentlich ein positiver Ausblick für das restliche Jahr.
Der Frost kann tief in den Boden eindringen und dort seine Wirkung entfalten. Durch die Frostgare wird der Boden ganz natürlich gelockert, grobe Kluten zerfallen und Poren entstehen. Das verbessert die Durchlüftung, erleichtert die Frühjahrsbearbeitung und sorgt für eine bessere Wasseraufnahme. Gleichzeitig werden viele überwinternde Schädlinge, Larven und Krankheitserreger deutlich reduziert. Ein Vorteil, den keine Maschine ersetzen kann!
Auch eine zweite Bauernregel kommt mir dabei in den Sinn: „Im Januar viel Regen und wenig Schnee, tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh.“ Statt nasser, verschmierter Böden soll der Winter, Kälte und Beständigkeit bringen. Dies ist Ruhe für den Boden und Zeit zur Regeneration. Auch diese Bauernregel, hat sich nun mit etwas Geduld mal zum Positiven gedreht.
Mit einem Augenzwinkern lässt sich sagen: Hält man sich an die alten Bauernregeln, stehen die Zeichen gut. Die erste Jännerhälfte hat seine Arbeit getan und das Jahr darf für die Landwirtschaft freundlich werden.
anna.ritzer@lk-tirol.at