
Microgreens: Kleine Pflanzen, große Wirkung
Microgreens sind weit mehr als Teller-Deko. Es sind junge Pflänzchen von Gemüse oder Kräutern, die schon nach wenigen Tagen geerntet werden. Klein, aber oho: Sie stecken voller Vitamine, Mineralstoffe und Geschmack. Ein paar Blättchen Rucola-Microgreens bringen dieselbe Würze wie ein ganzer Strauß, Rettich-Micro-greens haben eine pikante Schärfe, Erbsen schmecken frisch und süß. Auch Amaranth, Senfkohl oder Brokkoli gehören zu den Sorten, die Farbe, Aroma und Vielfalt auf den Teller bringen.
Der Anbau ist platzsparend und ressourcenschonend: Microgreens wachsen das ganze Jahr über. Möglich machen das Indoor-Systeme, die Klima, Wasser und Licht exakt steuern. So entstehen frische, regionale Produkte unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Ein Beispiel liefert der Südtiroler Betrieb Profarms. Dort wachsen die Pflanzen in einer eigens entwickelten Vertical Farm – auf nur 50 Quadratmetern, gesteuert durch eine Software, die jeder Sorte genau das gibt, was sie braucht. Produziert wird auf nachhaltigen Substraten wie Schafwolle oder Hanf. Das Ergebnis: knackige Microgreens, die direkt an Gastronomie und Handel gehen.
In der Küche sind die kleinen Pflanzen echte Allrounder: als Topping für Salate, Suppen oder Sandwiches – oder als Farbtupfer und Aromakick auf jedem Teller. Eines bleibt klar: Microgreens sind keine
Konkurrenz für die klassische Landwirtschaft. Aber sie sind eine spannende Ergänzung – und ein
Zukunftsmarkt für alle, die regionale Nischenprodukte anbieten wollen.
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