JB/LJ Thurn „ratscht" in der Karwoche
Einem besonderen Brauch kommen wir, die JB/LJ Thurn, in der Karwoche in unserer kleinen Gemeinde nach: dem Ratschen.
Traditionell ersetzen die Ratschen am Karfreitag und Karsamstag die Kirchenglocken, die einer Legende nach „nach Rom geflogen sind". In anderen Tiroler Orten sind kleinere und handliche Ratschen üblich. Bei uns handelt es sich um bis zu ein mal ein Meter große Ratschen, die in der Luft auf einer zwei Meter langen Stange geschwungen werden. Durch die Drehung schnarren Holzbretter über die Zähne eines hölzernen Zahnrades und so wird das charakteristische „Ratschen" erzeugt.
Ewige Tradition
Seit wann bei uns in Thurn „geratscht" wird, wissen wir selbst nicht genau. Denn es gibt keine exakten Aufzeichnungen. Allerdings besagen die Jahreszahlen auf den Ratschen, dass wir dieser Tradition schon seit Jahrhunderten nachkommen. So sind auf einigen alten Ratschen Jahreszahlen um 1870 vermerkt. Nur ledige Männer, vorwiegend aus der JB/LJ und über 16 Jahre, üben das Brauchtum aus.
Unermüdlicher Einsatz
Am Karfreitag zu Mittag kommen die Ratscher direkt von der Arbeit und treffen sich bei der Kirche, um das erste Mal die Mittagsglocken zu ersetzen. Am Abend vor der Karfreitagsliturgie ziehen sie dann, bekleidet mit weißem Hemd und blauer Jeans, ratschend aus den einzelnen Ortsteilen zur Kirche, wo dann noch dreimal um die Kirche geratscht wird.
Am Karsamstag treffen sich die Ratscher dann wieder zum Mittagsläuten. Anschließend um 13 Uhr findet auf dem Helenenkirchl auf 1.280 m Seehöhe eine Grabandacht statt. Jedes Jahr nehmen viele Teilnehmer aus nah und fern daran teil. Die Ratscher bringen dort mit Bugglkörben ca. 1.000 kleine Brotlaibe zur Segnung in die Kirche, die im Anschluss an die Bevölkerung verteilt werden.
Das Ratschen ist eine ewige Tradition und ein Highlight des Jahres. Jeder, der mitmacht, freut sich darauf.

Unüblich groß sind die Ratschen der JB/LJ Thurn. „Geratscht" wird nur von ledigen Burschen und Männern.