
Unsichtbare Ungerechtigkeit
Du gehst täglich zur Arbeit und erledigst genau die gleichen Aufgaben wie dein männlicher Kollege – doch am Monatsende landet weniger Geld auf deinem Konto. Klingt unfair? Genau das ist in Österreich Realität. Der „Equal Pay Day" markiert jenen Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern bei gleicher Tätigkeit, unbezahlt arbeiten. Heuer fällt er auf den 13. Februar – das bedeutet, dass Frauen in Österreich erst ab diesem Tag für ihre Arbeit bezahlt werden, während Männer bereits seit dem 1. Jänner ihr volles Gehalt erhalten. Frauen arbeiten also jedes Jahr 44 Tage kostenlos. In Tirol ist die Lage besonders kritisch, hier fällt der Equal Pay Day heuer auf den 1. März. Im Bundesländervergleich liegt Tirol damit auf dem drittletzten Platz. Statt diese Ungerechtigkeit anzugehen, wird das Problem häufig heruntergespielt oder ignoriert.
Auch in der Landwirtschaft leisten Frauen einen essenziellen Beitrag, doch ihre Arbeit ist oft unsichtbar und wird als selbstverständlich angesehen. Sie sind unverzichtbare Stützen in jedem Betrieb, übernehmen zahlreiche wichtige Aufgaben auf dem Hof und tragen gleichzeitig die Hauptverantwortung für Haushalt und Kindererziehung. Zudem erledigen sie zusätzlich die liegengebliebene Arbeit der Männer, die oft den Betrieb im Nebenerwerb bewirtschaften müssen. Wertschätzung zeigt sich nicht nur in finanzieller Entlohnung, sondern auch in Respekt und Anerkennung. Doch anstatt diese Leistung zu würdigen, wird sie oft übersehen.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein, in jeder Branche. Doch davon können Frauen in Österreich bislang nur träumen. Zeit für Veränderung!
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