3. Juli 2023
Ich durfte – oder, besser gesagt, ich musste – in den letzten sechs Monaten meiner Wehrpflicht nachgehen. Diese Zeit verbrachte ich beim Bundesheer zuerst in Lienz und danach in St. Johann in Tirol. Einiges hätte ich mir anders vorgestellt, angefangen bei der Verpflegung.Das Essen war speziell in St. Johann ausgezeichnet, aber in beiden Kasernen hing im Speisesaal ein großes Plakat, auf dem „Regionale Klimagenießer" stand. Dabei ein Foto, auf dem ein Landwirt einem Soldaten einen Gemüsekorb überreicht. In der Theorie sehr gut, doch in der Praxis wurden uns Joghurts, Puddings etc. aus Deutschland vorgesetzt. Das fällt für mich nicht unter Regionalität. Auf Anfrage an den Chefkoch, wieso keine Produkte z. B. von Tirol Milch angeboten werden, wurde mir gesagt, dass das Bundesbeschaffungsgesetz das nicht zuließe. Ein super Plakat, aber das sollte man auch konsequent umsetzen.Weiters gibt es in der Winterstellerkaserne in St. Johann in Tirol eine Blumenwiese mit Beschilderung, wie hervorragend das Bundesheer für die Artenvielfalt und Biodiversität ist. Leider wird diese Blumenwiese schon Anfang Juni gemäht. Die Bauern stehen hingegen einem Mähverbot bis 15. Juli gegenüber, obwohl sie oftmals bestes Grundfutter für ihre Tiere ernten könnten. Beim Bundesheer, wo diese Wiese nicht wirklich gebraucht werden kann, gibt es kein solches Verbot. Auch beim Thema Bodenverbrauch könnte sich das Bundesheer aus meiner Sicht verbessern, denn Staatsbesitz sollte Vorbildwirkung haben. Nichtsdestotrotz werde ich meine letzten Tage beim Heer verbringen und freue mich, wieder in die echte Arbeitswelt einzusteigen.
tom.fleckl2002@gmail.com
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