Ein ernüchterndes Ergebnis brachte der sogenannte Faktencheck, den die Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend in Kooperation mit dem Verein „Wirtschaften am Land" in den vergangenen Wochen durchführte. Dabei untersuchten sie Eigenmarken von Butter und Käseprodukten bei gängigen Handelsketten und Diskontern in Verkaufsfilialen vor Ort. „40 Prozent aller überprüften Eigenmarken bei Butter und Käse sind nicht nachweislich aus österreichischer Milch hergestellt", berichten Hechenberger und Traxl über die Untersuchungsergebnisse. 66 Prozent der 112 überprüften Butter- und Käse-Eigenmarken stammen nachweislich von österreichischer, GVO-freier Milch. „Es ist also bei fast jedem vierten Produkt nicht erkennbar, aus welchem Land bzw. welchem Kontinent der Rohstoff Milch bzw. aus Milch verarbeiteten Produkte wie zB Milchpulver bezogen werden. Bei 7 Prozent werden Rohstoffe aus anderen Mitgliedsstaaten bezogen, vier Prozent außerhalb Europas", so die Obleute weiter.
„Viele Tirolerinnen und Tiroler greifen beim täglichen Einkauf sehr bewusst zur regionalen Qualität. Bei 27 Prozent der Eigenmarken ist jedoch gar nicht erkennbar woher der Rohstoff Milch stammt", ortet Hechenberger Luft nach oben, gerade was die Kennzeichnung betrifft. „Es gibt unterschiedlichste Kennzeichnungsmethoden, beispielsweise mit einem rot-weiß-roten Logo versehen, die vortäuschen ein rein Österreichisches Produkt zu sein. Das stiftet Verwirrung anstatt Sicherheit zu geben. Bezeichnungen wie ‚abgepackt in Österreich' sind keine Herkunftsangabe, sondern verweisen nur auf den letzten Verarbeitungsschritt, ebenso wie das sogenannte ‚Genusstauglichkeitskennzeichen'", führt Traxl weiter aus.
In den letzten Jahren hat der Eigenmarken-Anteil im Supermarkt stets zugenommen. Die RollAMA Daten für das Jahr 2022 zeigen, dass die Eigenmarken mit 63 Prozent beinahe zwei Drittel des gesamten Sortiments einnehmen. Tendenz steigend.
Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel und Eigenmarken gefordert
Hechenberger und Traxl stehen klar für Transparenz ein: „Dieser Regionalitätscheck hat ganz klar aufgezeigt, dass in diesem Bereich Nachholbedarf besteht. Hochwertigste bäuerliche Erzeugnisse aus Österreich dürfen nicht unter dem Deckmantel der Anonymität beliebig durch kostengünstigere, ausländische Rohstoffe austauschbar sein, ohne dass der Konsument etwas davon merkt. Deshalb fordern wir die verpflichtende Herkunftskennzeichnung auf verarbeitete Lebensmittel, wie seitens der EU-Kommission schon lange angekündigt. Gerade junge Landwirte und Hofübernehmer brauchen Zukunftsperspektiven. Wir fordern daher alle politischen Instanzen auf rasch zu handeln, um Konsumenten mehr Sicherheit beim Einkauf und den heimischen Bauernfamilien eine angemessene Wertschöpfung für ihre Produkte zu bieten."
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