Erst die Strompreisbremse, dann die Preiserhöhung?

Desmoani von Landessekretärin Notburga Heim

16. November 2022

Nach einer Strompreiserhöhung unseres Stromanbieters im Mai dieses Jahres, mit dem Beisatz „Der aktuelle Strompreis ist voraussichtlich drei Monate gültig", war ich schon über das Wort „voraussichtlich" verwundert. Stromanbieter haben somit freie Hand, den Strompreis anzupassen. Der Preis ist zwischenzeitlich wieder in den Hintergrund gerückt, bis ich in der Zeitung von der Strompreisbremse gelesen habe. Eine Unterstützung der Bevölkerung durch die „Strompreisbremse" ab 1. Dezember wurde Mitte Oktober im Nationalrat beschlossen. Bereits im Anschluss wird auf der nächsten Monatsabrechnung diese „Bremse" vermerkt werden. Zwei Tage darauf liegt im Postkasten der nächste Brief unseres Stromanbieters – eine erneute Erhöhung, die mit 1.November in Kraft tritt. Mit dieser Erhöhung wurde unser Strompreis durch den Anbieter in diesem Jahr um gesamt 400 Prozent erhöht. Ist diese Strompreisbremse ein zusätzlicher Anreiz für die Energieversorger in unserem Land, die Tarife in den kommenden Monaten erneut anzuheben? Ich finde schon, denn warum sollte sich ein Betrieb zusätzliche Einkünfte entgehen lassen? Die geplante Strompreisbremse klingt für mich wie eine Stromlieferanten-Subvention durch den Steuerzahler. Die Strompreisanpassung beeinflusst die verschiedenen Lebensbereiche von Haushalt über Landwirtschaft bis hin zur Industrie.

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