Alm geht uns alle an!

Unter dem Motto Å(l)LMBewusst wurde am Mittwoch, den 25. August bei einem Expertentalk auf das Thema Almwirtschaft und große Beutegreifer aufmerksam gemacht. Die Jungbauernschaft/Landjugend Bezirk Innsbruck Stadt und Land und die Bezirkslandwirtschaftskammer Innsbruck luden namhafte Experten aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Politik, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

31. August 2021

Unter dem Motto Å(l)LMBewusst wurde am Mittwoch, den 25. August bei einem Expertentalk auf das Thema Almwirtschaft und große Beutegreifer aufmerksam gemacht.
Die Jungbauernschaft/Landjugend Bezirk Innsbruck Stadt und Land und die Bezirkslandwirtschaftskammer Innsbruck luden namhafte Experten aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Politik, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

Schwerpunktthema Almwirtschaft und Große Beutegreifer
Die Jungbauernschaft/Landjugend Bezirk Innsbruck hat seit Beginn der heurigen Almsaison im Mai bis Mitte Juli wöchentlich auf ihren Social-Media-Seiten die verschiedenen Facetten des Themas Almwirtschaft beleuchtet. Eine Arbeitsgruppe hat sich intensiv mit der Ausarbeitung und Recherche der Kampagne beschäftigt: „Es muss uns ållm (tirolerisch für immer) bewusst sein, dass wir mit unserer intakten Almbewirtschaftung ein großes Gut in den Händen haben, dass es zu schützen und zu unterstützen gilt! „A(l)LMBewusst" ist unsere Antwort darauf!", lautet das Statement der Arbeitsgruppe der JB/LJ Bezirk Innsbruck. Im Mittelpunkt stand dabei die Bewusstseinsbildung rund um das Thema, sowie der aktive Austausch mit den Mitgliedern. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die wissenschaftliche Fundierung der Informationen gelegt. Als Abschluss dieser Kampagne wurde zusammen mit der Bezirkslandwirtschaftskammer Innsbruck zu einer Podiumsdiskussion geladen, die von Bezirksobmann Daniel Nairz, Gebietsleiterin Lisa-Maria Auer und Bezirksstellenleiter Ing. Andreas Kirchmair moderiert wurde.

Experten und Publikum diskutierten auf Augenhöhe
Der Einladung auf das Podium sind namhafte Persönlichkeiten aus ganz Österreich gefolgt. Neben Bezirksbauernobmann Ing. Thomas Schweigl war auch NR Hermann Gahr anwesend. Beide betonten, dass vor allem schnelle Lösungen bzgl. der zunehmenden Wolfsrisse und Sicherheit an erster Stelle stehen, um die Tiroler Almwirtschaft zu schützen und das Auskommen der Bauernfamilien zu sichern. „Es geht um viele kleinstrukturierte Betriebe, wir wissen genau, wenn die Stalltür zu ist, ist sie zu! Das versuchen wir zu verhindern und bieten schon jetzt unbürokratische Entschädigungen an, wenn es zum Schadensfall durch einen Wolf kommt.", führte Schweigl weiter aus. Als Spartenobmann für Tourismus der WK Tirol hob LA Mario Gerber besonders die langjährige und gute Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus hervor: „Der Tourismus funktioniert ohne die Landwirtschaft nicht, das Produkt „Almerlebnis" soll intakt bleiben, deswegen: vollste Unterstützung für die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern."

Das Publikum lauschte aufmerksam, als Amtstierarzt Dr. Josef Oettl und Landwirt Johann Moser von ihren Einsätzen nach Wolfrissen berichteten: „Die Situationen sind für die Tiere äußerst qualvoll und für die Betroffenen katastrophal", schildern Moser und Oettl unisono.
Von Seiten der Wissenschaft konnte Wildtierökologe Dr. Georg Rauer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien gewonnen werden. Dieser brachte viel Expertenwissen in die Diskussion ein, stand bei schwierigsten Fragen Rede und Antwort und konnte einige landläufige Mythen entkräften: „Der Wolf sieht im Menschen keine Beute, er ist menschenscheu, er verteidigt weder seine Jungen noch seine Beute, deswegen ist es unwahrscheinlich, dass ein Wolf einen Menschen angreift. Höchste Gefahr angesagt ist, wenn der Wolf den Menschen mit Futter identifiziert, wenn er möglicherweise sogar angefüttert wird. So ein Tier muss sofort entnommen werden." Simon Moser vom Büro Alpe, führte aus was Herdenschutz bedeutet: „Herdenschutz ist nicht das Einzäunen von Weiden, Herdenschutz ist ein Zusammenspiel aus mehreren Maßnahmen. Die wohl wichtigste ist dabei die Behirtung um die Schafherden unter Kontrolle zu halten." ÖR Michael Bacher, Obmann des Tiroler Schaftzuchtverbandes sprach einmal mehr von der Verfassung, in der sich die betroffenen Schafzüchter befinden und stellte angesichts der steigenden Zahlen von Wölfen die Frage, ob der Schutzstatus und die damit einhergehende ganzjährige Schonzeit noch gerechtfertigt sind. „In Sachen Abschuss sind allerdings noch einige Dinge für die Jägerschaft ungeklärt, die dringend behandelt werden müssen.", strich Bezirksjägermeister Thomas Messner in seinen Ausführungen heraus und fügte hinzu, dass die Jägerschaft bemüht ist auszuüben, was die Gesetzgebung vorschreibt.

Aktuelle Situation in Tirol
Wie die Referenten ausführen, geht man in Tirol von 25 Wölfen aus der italienischen Population aus, die allesamt aber einzelne Jungtiere sind und an einem Tag ca. 70 km zurücklegen können. Nachgewiesen wurden im heurigen Almsommer in Tirol 9 Tiere, im Bezirk Innsbruck allein 6 männliche, die im gesamten Bezirksgebiet 220 bestätigte Risse tätigten. Die Experten waren sich einig, dass zum Schutz der Almwirtschaft und der Nutztiere vor allem an schnellen Lösungen gearbeitet werden, sowie der überregionale Austausch im gesamten Alpenraum gestärkt werden muss. „Dieses Thema betrifft akut nur einen kleinen Teil, langfristig gesehen aber die ganze Bevölkerung, es hängt viel davon ab, wie wir damit umgehen werden. Ein Schlüssel ist vor allem Bewusstseinsbildung. An alle Menschen mit bäuerlichem Hintergrund: „redet darüber, stellt euch mit sachlichen Argumenten den Diskussionen und regt zum Nachdenken an.", wurde zum Abschluss aus dem Publikum ermutigt.

Für Fragen stehen Ihnen Bezirksobmann JB/LJ Bezirk Innsbruck Daniel Nairz unter 0664/2449247 oder danielnairz@hotmail.com und Bezirksstellenleiter BLK Innsbruck Ing. Andreas Kirchmair unter +43 5 92 92-2201 oder andreas.kirchmair@lk-tirol.at gerne zur Verfügung!

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