Wie uns die Corona Krise unmissverständlich gelernt hat, müssen wir in vielen Bereichen den Selbstversorgungsgrad steigern, besonders wichtig ist hierbei die Ernährung der Menschen und somit die Lebensmittelproduktion. Dies können wir aber nur, wenn nicht weiterhin am Tag ein Hektar fruchtbarer Ackerboden in Tirol verbaut bzw. versiegelt wird.
Der Boden ist unser kostbarstes Gut, dennoch verbauen wir jeden Tag alleine in Tirol zwei Fußballfelder und versiegeln somit wertvolle Flächen Dabei d gefährden wir nicht nur unsere Ernährungssicherheit, sondern wir reduzieren unsere Artenvielfalt. Österreichweit sind wir schon bei einem erschreckenden Ausmaß von 5000 Hektar Äcker und Wiesen im Jahr die für die Landwirtschaft für immer verloren sind.
Das Thema muss mehr in die Öffentlichkeit und in das Bewusstsein der Menschen getragen werden. Innovative Lösungsansätze, Regeln und Gesetze sind hierbei gefragter denn je.
Das Gebot der Stunde sollte sein, Altbestände und leer stehende Gebäude wieder zu beleben. Laut Statistik Austria stehen ca. 40.000 Hektar Industrie-und Wohngebäude leer! Anstatt auf der grünen Wiese am Stadtrand zu bauen sollten vermehrt die Innenstädte und Dorfkerne revitalisiert werden.
Dafür braucht es meiner Meinung nach auch ein Umdenken im Naturschutz. Wir müssen abwiegen, ob wir lieber einen fruchtbaren Acker oder doch eher ein Stück Wald bzw. Ödland verbauen möchten. Manchmal macht es den Anschein, dass hinter jedem Baum oder Strauch der gefällt wird ein Naturschützer steht, aber wenn ein Acker zubetoniert wird, interessiert das leider Niemanden. Hier ist vor allem die Raumordnung gefragt, welches ein konsequentes Leerstandsmanagement und eine zukunftsfähiges Raumordnungskonzept auf den Weg bringen sollte. Außer Frage stehen sollten allerdings für mich Bauten, die der Landwirtschaft dienen, denn ein Neubau eines Stallgebäudes oder einer Landwirtschaftlichen Lagerhalle ist niemals verlorener Boden, es sind Investitionen in die Landwirtschaft, das Tierwohl und die Lebensmittelversorgung unseres Landes.
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