Desmoani

Almabtrieb einmal anders

Desmoani von Landesobmann-Stellvertreter Johannes Unterlechner

8. September 2020

Vor kurzem hat wieder jene stimmungsvolle Zeit begonnen, in der das Almvieh nach einem hoffentlich schönen und unfallfreien Sommer in die Dörfer und seine Heimatställe zurückkehrt. Als Dank für die unfallfreie Zeit am Berg werden die Tiere nach alter Tradition zum „Ausfohrn" mit Blumen, Glocken und Schellriemen prächtig geschmückt und aufgeputzt. Ein herbstliches Ritual, das den Altbauern und -bäuerinnen jedes Jahr aufs Neue sehr viel Zeit, Kreativität und Idealismus abverlangt. Auf die vielerorts normalerweise stattfindenden Almabtriebsfeste wird man heuer coronabedingt allerdings leider verzichten müssen. Alle Bauern und Züchter sind froh, wenn ihr Vieh unbeschadet wieder im Tal ist. Ich glaube allerdings, dass der Almsommer 2020 viele Almbewirtschafter sehr nachdenklich gemacht hat und dieses Grübeln auch nicht mit dem Almabtrieb ein rasches Ende findet. Zu präsent sind nämlich noch die vielfachen Schreckensmeldungen aus nahezu allen Teilen Tirols zum Thema WOLF. Jetzt sind unsere Almbauern erstmal froh, dass jene Tiere, die nicht dem Wolf zum Opfer gefallen sind, wieder heimkehren und die restlichen Herbsttage noch auf den Heimweiden genießen können. Was wird aber der Almsommer 2021 bringen? Der prächtige Ausfahrerschmuck vom heurigen Almabtrieb ist bestimmt noch nicht einmal verstaut und schon machen sich die vielen verunsicherten Bauern wieder Sorgen, denn der Almauftrieb im kommenden Jahr ist schneller da, als man denkt! Die Verantwortlichen sollten die Wintermonate jetzt sehr effizient nutzen, um im Spannungsfeld „Wolf und Almwirtschaft" eine praktikable Lösung zu finden, die dann auch gegenüber Brüssel umgesetzt werden kann. Andernfalls werden die vielen verunsicherten Almbewirtschafter im kommenden Sommer ihre Tiere nicht nur früher von den Almen holen, sondern diese erst gar nicht auf die Alm schicken, um sie dem Wolf auf dem Tablet zu servieren. Und was das für den heimischen Tourismus bedeuten würde, kann sich wohl jede/r ausmalen.

 

johannesunterlechner@gmail.com

 

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