Nach dem zivilgerichtlichen Urteil zu der tödlichen Kuh-Attacke im Pinnistal 2014 zeigen sich die Landesobleute der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend bestürzt. Sie fordern mehr Eigenverantwortung und Gesetzesnovellen auf Landes- und Bundesebene zum Schutz der Bauern.
„Dieses Urteil ist praxisfremd und bedroht ernsthaft bäuerliche Existenzen, sollte es in der nächsten Instanz nicht revidiert werden. Unsere Almen sind eben kein Höfemuseum, wo man am Sonntag gemütlich durchschlendert, sondern in den Bergen muss man mit Zwischenfällen rechnen – sei es aufgrund von Wettereinflüssen oder wie in dem Fall aufgrund von Weidetieren. Bis jetzt hat man das in Kauf genommen und trug selbst die Verantwortung für mögliche Unfälle, doch mit dieser Forderung nach Schadenersatz in außerordentlicher Höhe ändert sich das mit einem Schlag. Wir brauchen in Österreich wieder Bewusstsein für Eigenverantwortung und den Umgang mit Tieren in der Natur", sind sich Stephanie Hörfarter und Dominik Traxl einig.
Initiativen für Gesetzesänderungen
Hörfarter und Traxl unterstützen die Initiativen von Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler und LK-Präsident Ing. Josef Hechenberger, die beide rasch und mit klaren Ansagen auf das Urteil reagierten, und sehen jetzt die Landes- und Bundesregierung gefordert, damit notwendige Gesetzesänderungen zur Absicherung der Bauern schnellstmöglich umgesetzt werden.
„Das Fatale an diesem Urteil ist auch, dass es bereits Auswirkungen für diesen Almsommer haben wird. Wegen diesem Einzelfall wird auf einmal unsere jahrhundertealte Almtradition in Frage gestellt", so Landesleiterin Hörfarter, und Landesobmann Traxl ergänzt: „Die Folgen eines rechtskräftigen Urteils wären in der Praxis eine Katastrophe. Selbst wenn man die Almen für Wanderer komplett absperrt, so wäre das mit enormen Kosten für unsere Almbauern verbunden und in Sachen Tierwohl ein enormer Rückschritt, müssten doch die Kühe das ganze Jahr über in den Heimställen bleiben. Setzt sich durch, dass Almen eingezäunt werden müssen, würde das die Almwirtschaft ruinieren. Und unserer Wanderparadies Tirol ebenso, denn ohne Bewirtschaftung würden die Almen zuwachsen."
