Thesen zur Lage der Bauernhöfe in Westösterreich gibt es viele. Doch wie funktionieren erfolgreiche Betriebe wirklich? Was ist ihr Rezept? Drei Vertreter aus unterschiedlichen Sparten der Vorarlberger Landwirtschaft präsentierten am vergangen Samstag, dem 22. September 2018, ihre Betriebskonzepte.
Der Tag startete mit einem interessanten und vor allem weitsichtigen Dialog von LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger, welcher gemeinsam mit den anwesenden Mitgliedern einen Blick auf die österreichische Landwirtschaft und hier vor allem auf die Regionen Vorarlberg, Salzburg und Tirol geworfen hat. „Wir müssen Botschafter unserer eigenen Produkte sein und zwar nicht ab und zu, sondern 365 Tage im Jahr", mit diesen Worten verabschiedete sich LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger und wünschte den anwesenden Teilnehmern noch interessante Betriebsbesichtigungen.
Betriebszweige mit viel Weitblick
Nach der interessanten Diskussionsrunde wurde gleich der erste Betrieb besichtigt und zwar der Biohof Lingenhel. Hierbei hat sich die Familie Lingenhel auf mehrere Standbeine fokussiert. Neben der Direktvermarktung und Schule am Bauernhof bietet der Seminarbauernhof auch eine Erlebnisküche an, bei der Bäuerin Agathe Kochkurse abhält. Ihr gesamtes Hofkonzept haben sie unter das Motto „BIO aus Liebe, Verantwortung und Tradition" gestellt.
Der zweite Betrieb führte die Teilnehmer nach Bizau zum Schafmilchbetrieb der Familie Gmeiner. Im Jahr 2003 entschied sich Thomas Gmeiner, den elterlichen Milchviehbetrieb auf einen Schafmilchbetrieb umzustellen und die Milch direkt am Hof zu verarbeiten. Mittlerweile verarbeitet der Betrieb 25.000 Liter Schafmilch pro Saison zu Joghurt, Käse und Frischmilch. Neben der Direktvermarktung hat die Familie mit der Handelskette Sutterlütty einen starken Partner in der Vermarktung ihre Produkte gefunden.
Am Ende des Tages stand noch die Betriebsbesichtigung vom Christahof in Bezau am Programm. Hubert Natter, Besitzer und Betreiber des Hofes, schlug vor mehreren Jahren den Weg der Spezialisierung auf Eier aus Freilandhaltung und Mutterkuhhaltung ein. Seit 2017 führt er nun den Betrieb mit Sohn Michael, der seine Idee von einer Beerenanlage hinterm Hühnerstall direkt umsetzte. „Diese zwei Betriebsstandbeine lassen sich wunderbar kombinieren. Die Beerensträucher bieten den Hühnern genügend Deckungsmöglichkeiten und die Hühner halten die Beerensträucher von Unkräutern frei", so der Junglandwirt. Für den Landesobmann der TJB/LJ, Dominik Traxl, war der Tag in Vorarlberg ein voller Erfolg und von vielen interessanten Betriebskonzepten geprägt. „Natürlich muss jeder selbst seine eigene Überzeugung leben und auf seinem Hof umsetzen. Das kann er dann auch an die nächste Generation weitergeben", so der Landesobmann abschließend.
Hier geht es zu den Fotos vom Tag der jungen Landwirtschaft