
Ehrenamt braucht Akzeptanz
Wir sind uns einig, dass alle Organisationen, die unser Land am Laufen halten, ohne das Ehrenamt nicht funktionieren würden.
In jedem Verein, jeder Organisation und jeder politischen Gemeinde braucht es Funktionäre, die aus den gesammelten Ideen und Vorschlägen Entscheidungen treffen, den Weg vorgeben und auch den Kopf dafür hinhalten – und das alles ehrenamtlich. Leider muss ich beobachten, dass die genannte Funktionärsgruppe vor einer immer größer werdenden Herausforderung steht. Dem gesellschaftlichen Wandel! Unstimmigkeiten werden oft nicht mehr persönlich, sondern in WhatsApp-Gruppen besprochen. Vorwürfe werden hingegen immer persönlicher und weniger sachlich. Viele Menschen rücken von einer zielgerichteten Diskussion auf Augenhöhe ab. Wenn ich mir das vor Augen führe, verstehe ich, warum mir immer mehr junge Leute sagen, dass es schwierig wird, eine Funktion mit Verantwortung zu übernehmen oder eventuell für den Gemeinderat zu kandidieren.
Deshalb richte ich meinen Appell an alle. Wir in den bäuerlichen und ländlichen Organisationen müssen diejenigen sein, die diesem Wandel entgegenwirken. Indem wir bei Unstimmigkeiten zwar hart, aber persönlich und auf Augenhöhe diskutieren, an einem Strang ziehen und uns gegenseitig – vom Mitglied bis zum Funktionär – Rückendeckung geben.
Schaffen wir das, bin ich mir sicher, dass sich jetzt und in Zukunft wieder viele junge Menschen bereit erklären, ein Ehrenamt mit Verantwortung zu übernehmen.
c.pirnbacher@gmx.at